Suchen Sie Ihr Traum-Ferienhaus

Feriengebiet?

von?

bis?

mit?

und?

Ausstattung, sonstige Suchbegriffe?

Bildergalerie Weitere Infos über

Bretagne - Land am Ende der Welt

"Die Bretagne ist der zäheste Teil Frankreichs." - schrieb nicht zu Unrecht der Historiker Michelet. Seit Jahrtausenden berennt der Atlantik mit gewaltigen Fluten die Halbinsel und hat ihr dieses unkoventionelle Profil geformt. Hier Klippen aus rosa Sandstein wie am Kap Frehel, bedeckt mit Stechginster und Heidekraut. Dort, Richtung Ploumanac'h, rosa Grantitfelsen, surealistische Steinhaufen bildend. Im äußersten Westen sind es die Felswände Crozon und im Süden die feinsandigen Strände.

 

Begleiten Sie uns durch unsere Reise rund um die Bretagne zu unseren Ferienhäusern und lernen Sie, wie wir, das Land zu lieben.

 

Menhire bei Carnac - Ferienhäuser in der Bretagne - KermorDie Bretonen verbergen ihre oft große Leidenschaft und innere Empfindsamkeit hinter äußerer Rohheit und Gefühllosigkeit. Solcher Art Charakterisierung fand man noch in den Reisebeschreibungen um 1900. Meine Freundin Marie lacht und wundert sich nicht, als ich ihr den Satz vorlese. "Wen wundert es, selbst mein Großvater konnte nur mit Mühe die französische Sprache verstehen und sprach mit seiner Frau nur bretonisch. Kannst du dir vorstellen, wie diese Menschen, arme Bauern und Fischer, auf die wenigen Reisenden gewirkt haben müssen, die sich auf die kaum erschlossene Halbinsel gewagt haben?"

 

Marie erzählt uns, dass es bis heute immer noch die seltsamsten Gerüchte über ihre Landsleute gäbe und das bretonische Wort "Plou", welches in vielen Dorfnamen (Plouezec, Plouneour, Plouescat usw.) zu finden ist, noch heute ein derbes Schimpfwort für einen rückständigen oder beschränkten Menschen im restlichen Frankreich ist. "Wir waren lange Zeit für die anderen verrückte Spinner, die als Fischer mit einer nicht zu bändigenden See rangen oder als Bauern dem Boden die mageren Früchte entrissen und sich abends abstruse Geschichten in den kamingeräucherten Katen erzählen von Hexen und Feen und mehr Heiligen, als der Kirche lieb sind."
 
Hortensien - Ferienhäuser in der BretagneIn der Geschichte der Bretagne waren tatsächlich die meisten Fremden Invasoren, welche die Einheimischen nie gefragt haben, ob sie willkommen sind. Erst der Eisenbahnbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts öffnete das Land und seine unzugänglichen Küsten für die jetzt immer noch spärlichen Besucher der bis dahin so offensichtlich rückständigen Halbinsel. Heute sieht das ganz anders aus, aber die Jahrhunderte relativer Isolation haben auch dazu beigetragen, dass sich die Bretonen, die auf der Halbinsel geblieben sind, eine eigenständige Lebensart bewahrt haben. Und sie haben sich erfolgreich gewehrt, gegen zuviel Zentralismus und für die eigenständige Vermarktung ihrer Produkte. Die späte "Entdeckung" der Halbinsel hat aber auch dazu geführt, dass es bis auf wenige Ausnahmen, keine Hotelhochburgen und sonstige touristische Massenquartiere gibt, wie sie in Frankreich an vielen Orten zu sehen sind. Lange Zeit hat man es bedauert, den Anschluss verpasst zu haben und heute hütet man stolz die weiten, naturbelassenen Landstriche. "Vielleicht haben uns unsere vielen Heiligen vor den schrecklichen Auswüchsen des Massentourismus bewahrt?", schmunzelt Marie. 
 
Poite du Van - Ferienhaus in der Bretagne KermorWir waren am Ostersonntag angekommen in unserem Ferienhaus und Marie hatte uns versprochen, uns ein wenig von ihrer Bretagne zu zeigen. "Doch, natürlich ist es die richtige Zeit, jetzt im Frühjahr, wenn bei euch in Deutschland noch kahle Bäume stehen". Uns kommen große Bedenken, als wir nach der ersten Nacht den grauen Wolkenhimmel sehen. Doch der Hund muss raus und Marie steht schon mit frischem Weißbrot unter der Tür. Und wirklich, mit der Flut kommt besseres Wetter; hinter den Wolken ist die Sonne zu erkennen und auch schon dieser unglaubliche blaue Himmel. Jetzt haben auch wir Lust und bald sind wir unterwegs auf dem alten Zöllnerpfad entlang der Küste. Und wie bestellt wischt der Wind die letzte Wolke vor der Sonne weg und plötzlich leuchtet die ganze Küste im Gelb des blühenden Ginsters und bildet einen unsagbaren Kontrast zum blauen Meer mit den weißen Wellentupfen. In den Gärten der Häuser stehen die dunklen, immergrünen Büsche der Kamelien. Bereits seit Januar schmücken sie sich mit einer unglaublichen Anzahl von Blüten. Diese handtellergroßen rosenförmigen Blüten gibt es in weiß und von zartem Rosa bis zu dunkelrot. Auch die gelben Knospen der Mimosen haben sich geöffnet und verströmen ihren feinen Duft. Dazwischen sehen wir die Blüten der weniger auffälligen Pflanzen, wie Rosmarin, wilde Schlüsselblumen, Narzissen und Tulpen. Bereits volle Pracht zeigen sich die Azaleen und frühen Rhododendren. Die meterhohen Palmen erinnern uns an südliche Länder. Marie hatte Recht; wir sind dem Frühjahr entgegengefahren.
 
In der "Bar de la Marine" nehmen wir einen kleinen Kaffee, im Freien natürlich, denn jetzt scheint die Sonne so kräftig, dass unsere Jacken nur noch störend sind.  Während die Kinder trotz des großen Spazierganges am Meer schon wieder auf den gewaltigen Felsen herumklettern und im Watt nach Krebsen suchen, planen wir mit Marie unser gemeinsames Abendessen. Es soll eine "Plateaux de fruits de mer" geben. Auf dem nahen Markt kaufen wir unter den Ratschlägen unserer Freundin Austern, Jakobsmuscheln, Krabben, Garnelen, Langusten und Meeresschnecken. Bepackt mit Tüten voller Urtiere, Brot und natürlich der gesalzenen, bretonischen Butter machen wir uns voller Vorfreude auf den Heimweg. Zu Hause zünden wir zuerst den Kamin an, der bald heimelig Triskel - Ferienhaus in der Bretagne von Kermorvor sich hinbrennt. Marie bereitet derweilen in der Küche das Essen vor und zaubert noch eine herrliche Mayonnaise. Ein wenig gruselt es uns schon ein wenig, als endlich die Platte voller Meeresgetier vor uns steht. Aber mit Maries Anleitungen und dem trockenen Muscadet wird die Angelegenheit zu einem langen Essen, bei dem jeder seine Vorlieben entdeckt. Marie erzählt uns von den anderen kulinarischen Köstlichkeiten der Bretagne; natürlich von Fischen, die fangfrisch aus dem Meer kommen und deren Zubereitungsarten schier unerschöpflich seien. Sie schwärmt von Lammgerichten und Hammelkeule mit weißen Bohnen und vom Schweinebraten in Milch. Auch die ureigene bretonische Spezialität, die hauchdünnen Crepes sind nicht zu verachten, süß oder salzig, je nach Geschmack. Äußerst kreativ sind die Bretonen, wenn es um süße Backwaren geht. Als Marie uns dann noch die Andouillette anpreist, eine aus Fettdärmen gewickelte Kaldaunenwurst wird die Zahl der Freiwilligen, die diese Spezialität probieren wollen merklich kleiner.
 
Später am Kamin fragen wir Marie, welchen Ort der Bretagne sie als den schönsten bezeichnen würde. Ohne zu zögern antwortete sie: "Ploërdut". Wir schauen erstaunt und sie lacht: "Das kennt keiner, ich weiß. Aber dort bin ich geboren und da kenne ich mich aus. Mein Vater war dort Müller und trug noch die hölzernen Sabots. Ich trage heute noch die Stille in mir, die ich nirgendwo auf der Welt wiedergefunden habe". Und sie beginnt zu schwärmen vom Argoat - dem Waldland der Bretagne - von klaren Bächen, wo sie heute noch, wenn sie ihre Mutter besucht, wie zur Kinderzeit die Angel auswirft, um Lachs oder Forellen zu fangen. Sie schwärmt über die Felsen mitten in den Wäldern mit ihren tollen Namen wie Chaos du Moulin, Grotte du Diable oder Ménage de la Vierge. Oder der Roche Tremblante, der über 100 Tonnen schwer ist und sich doch bewegt, wenn man ihn an einer bestimmten Stelle drückt. Steif und fest behauptet sie, dass dort im Innenland der Bretagne das magische Gleichgewicht herrscht, welches jedem Menschen, der sich dort hinbegibt, ein unerschütterliches, seelisches Gleichgewicht verleiht. Wie war das noch mal mit den Feen, den Zwergen und mit Merlin und König Artus? Das seien doch alles nur dumme Märchen, meint Marie, aber das mit dem Gleichgewicht würde stimmen. "Probiert das doch mal selbst aus!" "Aber eines müsst ihr wissen", meint sie dann, "eigentlich gibt es keinen schönsten Ort der Bretagne." Denn sobald sie an die Felsenküste der Côte d'Armor an die Smaragdküste oder die Küste der rosa Granitfelsen reist oder in den einsamen Westen des Nordfinistère ins Léon und an die Küste der Legenden, kann sie nicht mehr verstehen, warum andere Menschen woanders leben wollen. Oder das südliche Finistère, Inseln und Côte de Cournaille und erst das Morbihan; nein, es gibt sie nicht, die typische Bretagne. Es gibt so viele "Bretagnen", dass man sie nicht aufzählen könne. Das sei nun mal eben der Reiz der Halbinsel, man muss sie erleben. "Aber Achtung", Marie zwinkert mit den Augen, "die Bretagne lässt einen nicht mehr los. Wer sie entdeckt, kommt wieder". Vielleicht auch wegen des seelischen Gleichgewichts? 
 
Ferienhaus Bretagne - Kermor FerienhäuserWir sind jedenfalls seither jedes Jahr in die Bretagne gefahren und haben die herrlichen Sommer an den Badestränden ebenso kennen gelernt, wie die wetterbeständigen Septembermonate, in welchen wir das Licht bewundern durften, welches seit jeher die Maler aus aller Welt inspiriert. Wir haben diese jodhaltige Salzluft geatmet, die den Appetit anregt und es war nicht immer nur der Wind, der uns sprachlos machte, beim Anblick der schieren Unendlichkeit des Ozeans. Wir haben die Fledermäuse in den Wäldern gesehen, wie sie unter den Sternenhimmeln der inneren Bretagne ihre Flugkunststücke alleine für uns veranstaltet haben. Und nach wenigen Tagen haben wir verstanden, was Marie mit dem Gleichgewicht meinte. Nach wenigen Tagen stellte sich dieses "urbretonische" Selbstvertrauen ein, welches alle Ängste verschwinden lässt, außer der einen, dass einem der Himmel auf den Kopf fallen könne.
 
 
Den schönsten Ort der Bretagne haben wir mittlerweile auch gefunden. Wir haben jedes Mal in einem anderen Ort gewohnt und waren uns einig: Das ist der schönste Platz.  

Der Beitrag über "Bretagne - Land am Ende der Welt" wurde von Familie Stehlin am 23.12.2008, am 02.03.2010 bearbeitet und beinhaltet folgende Stichwörter Bretagne, Ferienhäuser, Ferienhaus, Bauernhaus, Atlantik.